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Posts Tagged ‘Ludwig Erhard’

Wenn die INSM-Zensoren bei Telepolis wüten

Vorhin erreichte uns die Zuschrift eines Lesers von Telepolis, wo offenbar heute ein Artikel über die neuesten Lügenmärchen der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) mit dem Titel „Soziale Ungleichheit macht glücklich“ erschienen war:

Ich war so frei, in Kommentaren im Forum den Link zum Artikel Die INSM und die Journalisten auf dem Blog Perspektive2010 anzugeben und auch auf das INSM-Watchblog hinzuweisen. Die Kommentare wurden schneller gelöscht als man gucken konnte. Auch spitze Bemerkungen meinerseits, dass die INSM-Blockwarte wohl gerade mit umfassenden Zensurforderungen die Telefonleitungen des Administrators von heise online zum Glühen brächten, wurden in Windeseile gesperrt. Schließlich wurde dann selbst bei harmlosen Äußerungen oder lediglich zustimmenden Kommentaren zu Beiträgen anderer gesperrt und zuletzt mein Account für 24 Stunden deaktiviert.

Man kann nur erahnen, warum heise bei diesem Thema so dünnhäutig reagiert hat, obwohl sonst in den Foren dort manchmal Diskussionen zugelassen werden, die mehr als grenzwertig sind. Ich denke, die Redaktion hat mit Erscheinen des Artikels direkt Druck, z.B. juristische Drohungen, aus Köln von der INSM bekommen.

Aber wahrscheinlich sind das ja alles angeblich wieder Verschwörungstheorien und die INSM will ja nur unser Bestes… 😉

Nun, juristische Drohungen gegen Redaktionen seitens der INSM sind keine Seltenheit. Auch uns ist bekannt, dass Redaktionen von der INSM wiederholt massiv unter Druck gesetzt wurden, Artikel weniger kritisch zu formulieren, komplett weichzuspülen oder gar vor der Veröffentlichung erst zur INSM zu senden, andernfalls werde man juristische Schritte einleiten, sich beim Chefredakteur oder Herausgeber persönlich beschweren und so weiter.

Besonders putzig ist es, dass die INSM in ihrer neuen Lügenstudie „Arbeit als Wert an sich“ verstanden wissen will. Dumm nur, dass die Masse der Menschen nur deshalb arbeitet, weil sie dafür einen Lohn erhält, der das (Über-)Leben sichert und sie im Falle eines Lottogewinns oder einer großen Erbschaft lieber heute als morgen auf diesen „Wert an sich“ verzichten würden. Wir vermuten, dass mit dieser INSM-Studie voller sinnfreier Schwachsinnigkeiten die nächste Runde im Lohndumping eingeläutet werden und die Zunahme von  staatlich finanzierter Zwangsarbeit (Workfare) forciert werden soll.

In dem oben genannten Telepolis-Forum haben wir dann zufällig noch einen interessanten Artikel über den Lieblingsfetisch der INSM gefunden, über Ludwig Erhard und die Soziale Marktwirtschaft, welche die INSM ja sooooo toll findet:

Wohlstand für alle?

Wie Ludwig Erhard im Januar 1945 zusammen mit dem später gehängten SS-Einsatzgruppenführer Otto Ohlendorf die Soziale Marktwirtschaft erfand

(…)

Den Besitzern der Produktionsmittel darf nichts geschehen, ihnen dürfen keine Opfer auferlegt werden, die hat das Volk zu tragen. Erhard betonte, »daß ein Volk, gleich ob es Pyramiden errichtet, Kriege zu führen gezwungen ist oder Straßen und Kanäle baut, in diesem Ausmaß seine Verbrauchsgütererzeugung und damit seine materielle Bedarfsdeckung einschränken muß.« Das Volk allein, das verkündete Erhards Denkschrift, soll die Folgen des Krieges tragen. Seine Ansprüche, seine Ersparnisse sind verloren, der Besitz an Produktionsmitteln, insbesondere auch derer, die durch den Krieg ausgeweitet und wertvoller wurden – dieser Besitz bleibt erhalten.

(…)

Kurz, die Industrie war am allerunschuldigsten am Krieg, schuld war das Volk, und das Volk muß darum für den Krieg bezahlen.

Sehr interessant zu lesen, aber unter dem Strich auch nichts Neues, dass die Wirtschaftsfaschisten von heute kein Problem mit den Faschisten von gestern haben. Auch nicht neu ist es, dass es immer der kleine Mann, das gemeine Volk ist, das die Suppe auzulöffeln hat, die ihnen die großen Wahnsinnigen aus Politik und Wirtschaft immer wieder einbrocken. Aktuell erleben wir ja eine Wiederholung der Geschichte bei den Bankstern, die erst mit krimineller Zockerei die Karre komplett in den Dreck gefahren haben, dann von der Regierung  Hunderte Milliarden Steuereuros in den Gierschlund geschoben bekamen und nun schon wieder freudig zocken und fette Boni ausschütten, während die Realwirtschaft am ausgestreckten Arm der Banken vertrocknet – was in den nächsten 1-2 Jahren noch massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Wohlstandsentwicklung in Europa haben wird.

Damals wie heute stopfen sich die Verbrecher aus Politik und Wirtschaft gegenseitig die Taschen voll während das Volk in die Röhre guckt und Verzicht gepredigt bekommt. Als erstes sollten wir aber darauf verzichten, immer wieder die gleichen Verbrecher zu wählen. Im kommenden Jahr sind Landtagswahlen, u.a. in Nordrhein-Westfalen, und es gibt aktuell nur eine Partei, der man seine Stimme mit den wenigsten Bedenken geben könnte.

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Permanent vergewaltigt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) Ludwig Erhard zur Rechtfertigung ihrer marktradikalen und menschenverachtenden Forderungen an die Politik. Da wirkt es manchmal Wunder sich vor Augen zu führen, was Ludwig Erhard denn tatsächlich mit dem Begriff der Sozialen Marktwirtschaft meinte:

So wollt ich jeden Zweifel beseitigt wissen, dass ich die Verwirklichung einer Wirtschaftsverfassung anstrebe, die immer weitere und breitere Schichten unseres Volkes zu Wohlstand zu führen vermag. Am Ausgangspunkt stand da der Wunsch, über eine breitgeschichtete Massenkaufkraft die alte konservative soziale Struktur endgültig zu überwinden.

Diese überkommene Hierarchie war auf der einen Seite durch eine dünne Oberschicht, welche sich jeden Konsum leisten konnte, wie andererseits durch eine quantitativ sehr breite Unterschicht mit unzureichender Kaufkraft gekennzeichnet. Die Neugestaltung unserer Wirtschaftsordnung musste also die Voraussetzung dafür schaffen, dass dieser einer fortschrittlichen Entwicklung entgegenstehende Zustand und damit zugleich auch endlich das Ressentiment zwischen „arm“ und „reich“ überwunden werden konnten. Ich habe keinerlei Anlaß, weder die materielle noch die sittliche Grundlage meiner Bemühungen mittlerweile zu verleugnen. Sie bestimmt heute wie damals mein Denken und Handeln.

Vergleichen sie diese Aussage einmal mit der Propaganda und dem Wirken der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)! Da gibt es exakt Null Schnittmenge, denn die INSM will keine soziale, sondern eine ausschließlich freie, entfesselte Marktwirtschaft ohne soziale Komponenten jenseits der Zwangsarbeit fürs karge Sozialgeld (Workfare). Ludwig Erhard wollte kein Lohndumping auf breiter Front durch Zeitarbeit und andere prekäre Arbeitsverhätnisse. Ludwig Erhard wollte keine Lohnspreizung in dem bedenklichen Ausmaß, wie es heute Fakt ist. Ludwig Erhard wollte nicht, dass der Staat mit Kombilöhnen und Zwangsarbeit (Workfare) den Arbeitgebern noch mehr Zucker in die fetten Hintern bläst. Ludwig Erhard wollte nicht, dass der Kapitalmarkt jeglichen Mehrwert absaugt und alles wirtschaftliche Wirken bestimmt, während die Arbeitnehmer um ihren Anteil an der Wertschöpfung betrogen werden und Reallohnverluste hinnehmen müssen. All das also, was die INSM und deren Mittäter bisher forciert haben und fortwährend bewerben, wollte Ludwig Erhard ausdrücklich nicht! Ich bin mir sicher, Ludwig Erhard würde Martin Kannegiesser, Max A. Höfer und Dieter Rath mit den Eiern an die Wand nageln, wenn er wüßte, wofür sein Name in den Schmutz gezogen wird von ein paar widerlichen Vampiren der Mordwirtschaft.

Da hilft es auch nichts, wenn die INSM aktuell auf einer neuen Website, welche u.a. mal wieder als Link- und Ideologie-Schleuder dient, eine Möchtegern-Community für Projekte anbietet und lächerliche 5.000 Euro „Startfinanzierung“ ausschreibt. Das Ganze wird mit dem Slogan Soziale Marktwirtschaft ist toll! beworben und unter der URL SoMaWi-ist-toll.de ins World Wide Web erbrochen. Andererseits zeigt dieses Beispiel sehr schön, was die INSM unter neuer sozialer Marktwirtschaft versteht: Statt öffentlicher Förderung guter und wichtiger Projekte ein paar Almosen für ein Projekt von einem Arbeitgeberverband  der damit vorrangig PR für seine menschenverachtende Agenda betreiben will. Statt einer sozialen Absicherung der allzeitige Druck sich zum Überleben der Arbeitsprostitution hingeben zu müssen. Das ist nicht sozial, sondern durch und durch asozial und menschenverachtend.

Aber wir wissen ja: Asozial ist, wer Armut schafft!

Kampf jetzt!

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Der Standpunkt der INSM ist ein angloamerikanischer Neoliberalismus, der darauf abzielt, den Staat möglichst aus allen Bereichen der Wirtschafts- und Arbeitspolitik herauszuhalten und so die Renditeerwartungen und die Macht der Wirtschaft zu stärken. Doch auch vor der libertären „Ökonomisierung“ des Alltages macht die INSM nicht halt, sie vertritt nicht nur wirtschaftspolitische Standpunkte, sondern steht für eine Ideologie, die man ohne weiteres als sozialdarwinistisch beschreiben könnte – Freiheit für Alle. Doch die Freiheit des Wolfes ist nicht im Sinne der Schafe.

SPIEGELFECHTER – Die INSM spint die Armut weg

Kommentar:
Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen, denn das verlogene Geschwafel der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) über Ludwig Erhard und die soziale Marktwirtschaft ist nichts weiter als eine Nebelbombe. Schließlich war es die INSM, die den Slogan Sozial ist, was Arbeit schafft von Hitlers Steigbügelhalter Alfred Hugenberg in die Öffentlichkeit transportiert hat. Damit steht sie dem faschistischen System des Dritten Reichs ohnehin näher als der Nachkriegszeit und der Demokratie. Denn die deutsche Industrie liebt offenbar die kostenlosen Zwangsarbeiter totalitärer Regimes für die Gewinnoptimierung, deshalb läßt sie die pseudo-wissenschaftliche SS vom IW Köln und IZA Bonn dafür die Werbetrommel rühren und nennt das Ganze heuchlerisch Workfare. Dass unsere Zivilisation mit geregelten Arbeitsverhältnissen damit auf das Level der wirtschaftsfaschistischen Diktatur Chinas und zu Zeiten der Sklaverei zurückfällt, ist diesen asozialen Menschenfeinden vollkommen egal. Zahlen und Papier mit Zahlen ist das einzige, was bei diesen Verbrechern zählt. Wie kann man eigentlich nur so schwerst geisteskrank sein nicht zu begreifen, dass das Wichtigste im Leben die Menschen sind und nicht unsere menschenverachtende Wirtschaftsordnung mit ihren schwachsinnigen Zahlenwerken?

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Lächerliche Zuschriften

Kürzlich erreichte uns die Zuschrift eines Uwe H., der uns offenbar vorwarf, den Begriff des Neoliberalismus falsch zu verwenden:

Es ist erstaunlich und erschreckend zugleich mit welcher Unkenntnis das Wort neoliberal verwendet wird.

So bezeichnen sich diverse Personen, die damit aber eigentlich übelsten Manchester- Kapitalismus in Schlotbaron-Manier mit rechtlosen und sozial nicht abgesicherten Arbeitssklaven meinen, selbst, z.B. Prof. Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) und zugleich führendes akademisches Mietmaul der Lügen-Propaganda namens Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Die deutsche Form des Neoliberalismus ist der Ordoliberalismus. Und die deutsche Wirtschafts- und Gesellschaftsform des Ordoliberalismus bzw. Neoliberalismus ist die Soziale Marktwirtschaft von Ludwig Erhard.

Ludwig Erhard wird überbewertet, aber das erwähnten wir bereits mehrfach. Erhard hatte das Glück, in einem Nachkriegsdeutschland tätig zu sein, wo die Infrastruktur – sowohl die öffentliche als auch die private / betriebliche – weitgehend neu aufgebaut werden musste. Das Wirtschaftswunder war somit ein Selbstläufer, angefeuert von der vorherigen Zerstörung durch den Krieg, und wurde von Ludwig Erhard nur politisch flankiert, mehr nicht. Im Übrigen sollte man das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft nicht aus dem historischen Zusammenhang reißen. Denn diese Soziale Marktwirtschaft funktionierte in Deutschland nur solange, wie Angebot und Nachfrage ungefähr gleich stark waren und dieser Aspekt auch für den Arbeitsmarkt galt. Ab den 60er und 70er Jahren wuchs schon wieder die Arbeitslosigkeit durch eine steigende Produktivität, welche u.a. auf Automatisation zurückzuführen war. Wenn die INSM davon spricht, dass sie ein neues Wirtschaftswunder oder vergleichbares Wachstum will, dann lautet die eigentliche Forderung: „Die Wirtschaft braucht mal wieder einen schönen Krieg!“ Dieser Krieg läuft derzeit von oben, aus Wirtschaft und Kapital, gegen die Masse der Menschen in Deutschland, die lohnabhängig beschäftigt oder auf staatliche Hilfeleistungen angewiesen ist und nicht über nennenswerte Vermögen oder Kapitaleinkünfte verfügt.

Heute leben wir hingegen in einer globalisierten Welt, wo deutsche Arbeitnehmer auf Grund der Untätigkeit deutscher und europäischer Politiker dazu verdonnert sind, mit dem unterdrückten, ohne Menschenrechte vegetierenden Arbeitssklaven in China zu konkurrieren. Ein Modell, wie es anders funktionieren könnte, soziale, ökologische und weitere gesellschaftliche Mindeststandards zu erhalten, ist bei Perspektive 2010 unter dem Titel Bändigung der Globalisierung zu finden. Ein einfaches Index-System, welches dafür sorgen würde, dass wir uns bezüglich Wohlstand, Umweltschutz und sozialer Sicherung für alle vorwärts entwickeln und nicht rückwärts wie es heute der Fall ist.

Wer so den Begriff neoliberal mißbraucht muss klar sagen, dass er gegen die soziale Marktwirtschaft ist und Ludwig Erhard ablehnt. Damit auch das deutsche Wirtschaftswunder nach dem Krieg verunglimpft.

Wir missbrauchen den Begriff nicht, da wir – siehe oben – Ludwig Erhards Soziale Marktwirtschaft für ein Konzept mit begrenzter Haltbarkeit halten, welches nur im Nachkriegsdeutschland mit weitgehendem Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wirklich gut funktioniert hat. Das Attribut „sozial“ sollte auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Ludwig Erhard als CDU-Mitglied die Marktwirtschaft für die Unternehmen stärker gewichtete als das Soziale für die Masse der Menschen. Wenn wir also heute in Zeiten der Globalisierung mit einem Milliarden-Überschuss an Arbeitskräften auf der ganzen Welt Ludwig Erhards veraltetes Konzept ablehnen, so bedeutet dies nur, dass dieses Konzept heute nicht mehr funktioniert und überarbeitet oder gegen ein besseres System ausgetauscht gehört. Was die INSM unter einer „Neuen Sozialen Marktwirtschaft“ versteht, das sehen wir ja schon heute:

  • Lohn- und Sozialdumping,
  • Raubbau an wichtigen weichen Faktoren in der Gesellschaft,
  • Verarmung und Verwahrlosung ganzer Bevölkerungsschichten,
  • explodierende Kinder- und Bildungsarmut,
  • fortschreitende Privatisierung öffentlicher Güter, von deren Nutzung die verarmten Massen dann mittels der Preisschraube ausgeschlossen werden,
  • immer mehr Tage- und Kombilöhner, die trotz Arbeit arm sind und Sozialleistungen beziehen müssen,
  • und dergleichen mehr.

Unter den massiv ungleichen Bedingungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der heutigen Zeit wird die ehemals soziale Marktwirtschaft, die zumindest eine rudimentäre soziale Absicherung aller Bürgerinnen und Bürger umfasste, zu einer durch und durch asozialen Marktwirtschaft zugunsten der Arbeitgeber, die unsere Gesellschaft immer schärfer und mit einer wachsenden sozialen Sprengkraft in Reich und Arm teilt. Organisationen wie die INSM versuchen seit Jahren, auch das letzte Fünkchen Soziales aus unserer Gesellschaft auszutreiben. Die Ergebnisse sehen wir in den vergangenen Gesundheitsreformen ausschließlich zu Lasten der Versicherten und in den Arbeitsmarktgesetzen Hartz I bis Hartz IV, welche den Namen ihres kriminellen Erschaffers tragen, der Betriebsräte mit Korruption, z.B. Lustreisen und Nutten, gefügig machte. Gleichzeitig verhungern in Deutschland Arbeitslose, Kinder frieren, hungern und werden psychisch mit den Problemen ihrer Eltern und sozialer Ausgrenzung konfrontiert. Ist das sozial?

Es wäre einmal sehr angenehm, wenn sich die Leute mit Themen auseinandersetzen würden und sich über diese informieren, bevor sie irgendwelche Begriffe verwenden und mißbrauchen.

Dies können Sie Michael Hüther und die Kumpanen seiner Propaganda-Staffel vom IW Köln und der Initiative Neue Soziale Marktwirschaft (INSM) gerne persönlich ausrichten.

Genauso wäre es angenehm, wenn man offen ausspricht, dass man eine sozialistische Verwaltungswirtschaft möchte und nicht die soziale Marktwirtschaft. Denn das was derzeit oftmals unter dem Deckmantel der sozialen Marktwirtschaft gefordert wird ist bürokratische Verwaltungswirtschaft mit sozialistischem Einschlag und nicht soziale Marktwirtschaft.

Sozialistische Verwaltungswirtschaft? So á la DDR, hm? Sorry, aber offenbar scheint da jemand intellektuell nur zwischen Extremen wie dem totalen Markt und Planwirtschaft wählen zu können. Es soll ja Menschen geben, die brauchen solch ein einfaches Weltbild für ihre Seelenhygiene. Wir könnten ja einmal zwei einfache Fragen nutzen, um herauszufinden, ob die Planwirtschaft der DDR schlimmer war als der heutige Raubtier-Kapitalismus zum Wohl der Bonzen, den die INSM uns servieren will:

Wie viele Menschen sind in der DDR verhungert oder als Obdachlose erfroren?

Wie viele Menschen sind in der kapitalistischen BRD bereits verhungert oder als Obdachlose erfroren?

Beantworten Sie diese Fragen ehrlich und scheren Sie sich dann in Ihre Ecke zum Schämen! Im Übrigen halten wir beide Optionen, Raubtier-Kapitalismus und reine Verwaltungswirtschaft, für untauglich. Es gibt bessere Modelle, z.B. das soziale Jedermannsrecht, welches in den Bereichen, welche nicht die Grundbedürfnisse aller Menschen betreffen, genügend Raum für Marktwirtschaft läßt. Allerdings sollte man diesem Raum für mehr Innovationen, Recycling, Umwelt- und Klimaschutz nutzen, nicht für Dumping an allen Fronten, wie es in China seit Jahren passiert.

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In ihrer hohlen Zitateschleuder Erhard schreibt wieder veröffentlichte die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) folgendes Zitat:

Ich sage nichts gegen die Vertretung von Interessen. Sie ist durchaus legitim, aber legitim eben nur bis zu einem gewissen Punkt. Die Funktionäre, die Organisationen und Interessenvertretungen haben sich dessen bewußt zu sein, dass sie sich in ein Ganzes einordnen müssen und dass die Rechnung nicht aufgeht, wenn jeder ohne Rücksicht auf den anderen und gefühllos gegen seine Umwelt glaubt, unter Inanspruchnahme von Macht jeweils das erringen zu können, was der Augenblick gerade hergibt. Ich bin sehr für Wettbewerb, aber ich meine damit nicht den Wettbewerb, mit den Mitteln der Macht für sich und seine Gruppe das herauszuschlagen, was eben nur die Macht erzwingen kann.

Ironischerweise könnte man dieses Zitat genau so gegen die Arbeitgeber, die Arbeitgeberverbände und auch gegen die INSM selbst richten, ohne dass es an Gültigkeit verliert. Und genau deshalb, weil sich die Arbeitgeber und deren Lobbys in den vergangenen Jahren so verhalten haben, wie es in obigem Zitat kritisiert wird, müssen die Arbeitnehmer zurückschlagen – notfalls eben auch mit Machtmitteln wie einem unbefristeten Streik der Lokführer oder – was in Deutschland auch schon seit Jahren fällig wäre – einem Generalstreik. Denn die asozialen Schmarotzer der Oberschicht brauchen schon lange mal wieder einen Denkzettel, wer in diesem Land tatsächlich die Werte schafft und Jahr für Jahr immer mehr um seinen Anteil an Wachstum und Wohlstand betrogen wird: die Arbeitnehmer mittels Lohn- und Sozialdumping sowie dem Druckmittel von Standortverlagerungen und Massenentlassungen.

Einmal mehr sind wir uns sicher, dass Ludwig Erhard die Zerschlagung parasitärer, gesellschafts- und menschenfeindlicher Think Tanks wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) befürwortet hätte. Worauf wartet man in Berlin noch?

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Die BILD am Sonntag (BamS), ebenso wie die BILD bekannt für schleimig kapitalismus-, amerika- und israelfreundliche Propaganda, welche den Redakteuren sogar per Arbeitsvertrag abgerungen wird, stellte die Frage „Wann ist ein Land sozial gerecht?“ an verschiedene Personen aus Politik und Wirtschaft. Unter den Befragten war neben Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt (BDI) auch Hans Tietmeyer von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Tietmeyer hält demnach folgendes für sozial gerecht:

In einem Land geht es gerecht zu, wenn alle teilhaben können an den Chancen, die es bietet.

Und Deutschland ist ja bekanntlich Weltmeister beim Thema Chancengleichheit, wo z.B. schon in der Grundschule anhand der Herkunft der Eltern entschieden wird, ob ein Kind das Gymnasium oder die Hauptschule besucht.

Die soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhards hat uns zu einem der wohlhabendsten Länder der Welt gemacht.

Dumm nur, dass dieser Wohlstand so ungleichmäßig verteilt ist wie in kaum einem anderen europäischen Land. Denn andere Länder haben beispielsweise einen gesetzlichen Mindestlohn, gegen den die INSM im Auftrag der Arbeitgeberverbände hetzt als sei er eine Ausgeburt der Hölle. Und die intellektuelle Masturbation auf Ludwig Erhard, der im Nachkriegsdeutschland mit großer Nachfrage nach Arbeit, Produkten und Dienstleistungen natürlich problemlos ein Wirtschaftswunder „schaffen“ konnte, sollte man bei der INSM auch mal langsam einstellen.

Insbesondere Fehlentwicklungen in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik führten dann dazu, dass die Arbeitslosigkeit stark stieg.

Falsch. Die Öffnung der Weltmärkte führte zum Anstieg der Arbeitslosigkeit, da die Arbeitnehmer in Deutschland plötzlich mit unzähligen rechtlosen Sklaven in Osteuropa und Asien konkurrieren mußten, wenn man dem Geschwätz der Arbeitgeber Glauben schenken will. Die feuerten hier ihre Belegschaften, verlagerten Geschäftsbereiche nach Osteuropa und China, fielen oftmals brachial auf die Nase, heulten anschließend hier herum und bürdeten die Kosten ihrer ausschließlich von Gier getriebenen Experimente den deutschen Steuerzahlern auf. Mit Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik hatte die gestiegene Arbeitslosigkeit jedenfalls ziemlich exakt nichts zu tun.

Wenn wir in diesen Tagen erstmals 40 Millionen Erwerbstätige registrieren können, dann verdanken wir das nicht zuletzt den Reformen in Politik und Unternehmen.

Absoluter Quatsch, den die INSM den Deutschen auch schon zum Tag der deutschen Einheit ins Gesicht gelogen hat. In erster Linie hat die gestiegene Nachfrage am Weltmarkt den Aufschwung geschaffen, nicht die von Gerhard Schröder und Angela Merkel betriebene Politik des sozialen Kahlschlags und der Umverteilung von unten nach oben. Im Gegenteil, genau diese Politik führt zu weiteren Einbrüchen bei der Binnenkonjunktur, da den Massen inzwischen einfach das Geld für Konsum fehlt.

Wer das wieder zurückdrehen will, schafft erneut mehr Arbeitslosigkeit und nimmt den Menschen Teilhabechancen.

Kurz: Wer das wieder zurückdrehen will, der gibt den Menschen ein kleines Stück mehr Sicherheit und nimmt ihnen dafür ein Lotterielos, das ohnehin in den meisten Fällen eine Niete ist, z.B. ein 1 Euro-Job, ein Minijob oder anderweitige Arbeit zu Hungerlöhnen, an der nur Leute wie Hans Tietmeyer und seine nimmersatten Kumpanen aus dem Arbeitgeberlager sich eine goldene Nase verdienen. Wer ist da wohl der Unmensch?

In der Globalisierung dürfen wir nicht lockerlassen: Gut – und gerecht – bleibt nur, wer ständig besser wird.

Da ist die deutsche Wirtschaft ja bekanntlich spitze. Unvergessen beispielsweise, wie die Japaner den technischen Fortschritt zum Spritsparen und für die Serienreife von Hybrid-Antrieben einsetzten, während die deutschen Autobauer sich bis heute vorrangig auf spritschluckende PS-Monster für von Inzest geschädigte Bonzen mit kurzen Schniedeln konzentrieren. So gut – und besser – ist die deutsche Wirtschaft: ein behäbiger und gieriger Dinosaurier, der im Zweifelsfall nur dadurch überlebt, dass er den Arbeitnehmern den ihnen zustehenden Teil an Wertschöpfung und Wohlstand vorenthält oder cholerisch nach Zwangsarbeitern brüllt.

Der seine Leser offenbar für strunzdumm haltende BamS-Chefredakteur Claus Strunz erklärte das Geschwafel von Hundt und Tietmeyer gleich zur allgemeingültigen Wahrheit:

Eine Wahrheit geht in der von SPD-Chef Kurt Beck verursachten hitzigen Debatte derzeit komplett unter. In Deutschland geht es sozial gerecht zu!

Genau, Herr Strunz, denn soziale Gerechtigkeit schafft man ja bekanntlich nicht durch einen integrierenden Sozialstaat, der Ausgrenzung verhindert, angemessene Steuern und Sozialabgaben für Kapitaleinkünfte und Beschränkungen für das alleine von maßloser Gier getriebene Börsen-Casino, sondern als Chefredakteur des widerwärtigsten Mediums für kollektive Volksverdummung mit warmen Worten!

Aber es geht noch besser, schließlich ist Claus Strunz ja Chefredakteur der BamS:

Gerecht ist nicht der, der mit viel Steuergeld die Armut gleich verteilt.

Ach ja, stimmt ja, der Staat soll das Steuergeld ja lieber über den Umweg von Schmarotzer- Konzepten wie Workfare / Kombilohn an die Arbeitgeber und Reichen verteilen, stimmt’s?

Gerecht ist, wer Jobs und damit Wohlstand schafft.

Ach, Herr Strunz, seien Sie doch so frei und bekennen Sie sich als neoliberaler Wirtschaftsfaschist! Sagen Sie doch einfach, was Hitlers Steigbügelhalter Alfred Hugenberg und zuletzt die auch Tietmeyers INSM sagte:

Sozial ist, was Arbeit schafft oder Sozial ist, wer Arbeit schafft.

Zu entlarvend? Zu eindeutig der Hinweis auf das gekaufte Maul?
Pech für Sie!

Denn wirklich gerecht ist nur, was hilft.

Wirklich gerecht ist aber auch nur, was tatsächlich denjenigen hilft, welche die Hilfe benötigen. Leute wie Hans Tietmeyer und seine INSM-Kumpanen von den Arbeitgeberverbänden gehören da sicher nicht zu, bekommen aber trotzdem immer mehr.

Schon komisch, Strunz! Aber bei BILD-Redakteuren hilft ja bekanntlich eh schon lange nichts mehr, vor allem keine Fakten 🙄

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Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) verliert bereits seit geraumer Zeit an Glaubwürdigkeit und auch an Rücckhalt in der Gesellschaft für ihre neoliberale Propaganda. Daran sind nicht zuletzt auch wir schuld, was uns kein bisschen leid tut – im Gegenteil. Seit wir in voller Breite die Mietmäuler der INSM aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft demontiert haben, hat sich die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft nun einen Professor mit Nobelpreis gekauft: Professor Edmund Phelps, welcher in Berlin als Hauptredner der von der INSM veranstalteten VI-Ludwig-Erhard-Lecture fungierte.

Wir können uns sehr gut vorstellen, wie die intellektuelle Masturbation der INSM und ihrer Sympathisanten unter Edmund Phelps abgelaufen sein dürfte. Der Oeffinger Freidenker hat sich bereits die Mühe gemacht, das verlogene INSM-Auftragsgeschwafel von Phelps zu zerlegen, so dass wir uns diese Mühe nicht mehr machen müssen. Vielmehr wollen wir die Frage stellen, ob ein käuflicher Wissenschaftler noch die Voraussetzungen erfüllt, verdientermaßen Träger eines Nobelpreises zu sein:

  • Hat Edmund Phelps etwa die ca. 1,1 Millionen Euro, die ein Nobelpreis mit sich bringt, schon verprasst?
  • Muss er sich deshalb als korruptes Negativbeispiel für einen Wissenschaftler und Mietmaul der INSM seinen Lebensabend finanzieren?

Wir würden der Nobel-Kommission jedenfalls empfehlen, Edmund Phelps seinen Nobelpreis wieder abzuerkennen, da er als käuflicher Professor eher eine Schande denn eine Zierde für die Wissenschaft ist.

Die INSM schlachtet die Berichte der Medien über dieses Musterbeispiel der Korruption der Wissenschaft durch die Wirtschaft umfangreich aus. Ein Beleg mehr dafür, dass so manche Redaktionen heute wohl zum Großteil nur noch aus Praktikanten und Volontären bestehen dürften.

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