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Posts Tagged ‘Arbeitgeberverbände’

Sehr geehrter Herr Metzelder,

Sie werden auf der INSM-Website Einstieg in Arbeit mit folgenden Worten zitiert:

Bildung und Ausbildung sind wichtige Faktoren für die Integration und für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Deswegen sind alle Kräfte aufgefordert, an diesem Prozess teilzunehmen: Politik, Wirtschaft, die Kirchen. Aber wir wissen auch, dass das nicht alleine von diesen Leuten gestemmt werden kann, sondern dass immer wieder auch private Initiativen daran teilnehmen müssen; ob es eine private Stiftung, wie meine Christoph-Metzelder-Stiftung, ist oder auch die Kampagne „Einstieg in Arbeit“ der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

Christoph Metzelder, Fußball-Nationalspieler

So richtig Ihre Worte über Bildung und Ausbildung auch sind, so falsch ist die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und deren PR-Projekt Einstieg in Arbeit als Plattform für Ihr Anliegen. Denn die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) will keine soziale Marktwirtschaft, sondern eine freie, entfesselte und von den angeblichen Hemmnissen des Sozialstaats befreite Marktwirtschaft. Für den Arbeitsmarkt bedeutet dies ein Szenario, das am ehesten mit einem Sklavenmarkt vergleichbar ist. Dies sehen Sie an den Punkten, welche die INSM als angebliche Hürden für den Einstieg in Arbeit definiert hat. Dass der schleichende Meuchelmord der INSM am Sozialstaat zugleich verfassungswidrig sein dürfte, versteht sich von selbst.

Mit dem Lügenmärchen angeblicher Bildungsdefizite will man erreichen, dass Schulen und Hochschulen die jungen Menschen schon viel mehr berufs- und wirtschaftsspezifisch ausbilden anstatt mit Bildung im humanistischen Sinne eine langfristig solide Basis dafür zu schaffen. Es geht der INSM und den Arbeitgeberverbänden daher lediglich um den eigenen Profit und nicht um langfristige Perspektiven für die Menschen.

Der dringend notwendige und von der INSM bekämpfte  gesetzliche Mindestlohn hält Löhne und Preise auch dann noch auf einem vertretbaren Niveau, wenn vorübergehende Flauten oder Nachfragetiefs sonst – wie heute auf Grund der stark geschwächten Position von Arbeitnehmern und Gewerkschaften – zu einem gnadenlosen Dumping auf Kosten der Arbeitnehmer führen würde. Auch viele Ausbeutermodelle der Zeitarbeit und andere  Leiharbeitsmodelle, welche vor allem die Geschäftsführer solcher Firmen fett füttern, wären dann endlich hinfällig.

Die angeblich zu hohen Lohnzusatzkosten wurden in den vergangenen Jahren massiv zu Lasten der Arbeitnehmer gesenkt. Ganz gleich, ob Zuzahlungen bei den Krankenversicherungen, die Pflege- oder Arbeitslosenversicherung, die Arbeitgeber wurden bereits im großen Stil entlastet, kriegen aber bis heute den Hals nicht voll, weil sie ihn eh nie voll kriegen. Die Arbeitnehmer hingegen tragen diverse Risiken und Lasten des (Berufs)Lebens schon heute alleine und müssen angesichts sinkender Einzahlungen ins Sozialsystem mit weiter sinkenden Leistungsniveaus rechnen. Gerade bei der Arbeitslosenversicherung ist dies von den Initiatoren der INSM, dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall,  ein hervorrangendes Ziel, um den ohnehin schon niedrigen Regelsatz des ALGII für massives Lohndumping nutzen zu können. Eine weitere Absenkung wird bei sinkenden Einnahmen der Bundesarbeitsagentur die Folge sein und die Menschenfeinde der INSM reiben sich darüber schon heute die Hände. Ganz zu schweigen davon, das Hartz IV und das ALG II schon heute eine riesige Subvention an die Arbeitgeber darstellen, weil damit menschenverachtend niedrige Armutslöhne verschiedener Branchen aufgestockt werden. Der Steuer- und Sozialabgabenzahler zahlt somit für die maßlose Gier der Arbeitgeber und Aktionäre – das ist es, was die INSM als Sozialstaat verstanden wissen will: immer mehr Subventionen fürArbeitsplätze un am besten noch mit dem Workfare-Konzept des IZA staatlich finanzierte Zwangsarbeiter für lau.

Die angeblich überzogenen Kündigungsschutz-Vorschriften dienen dazu, dem Leben der Menschen ein Minimum an Planbarkeit zu geben. Mit Praktika vor der Anstellung, Probezeiten und Zeitverträgen gibt es schon heute zahlreiche Instrumente, um Arbeitnehmer sehr risikoarm auf Herz und Nieren überprüfen zu können. Ein guter Unternehmenslenker ist durchaus in der Lage, seinen Personalbedarf auf 6-12 Monte im Voraus zu planen und daher durch die aktuellen Kündigungsschutz-Vorschriften kaum belastet. Die INSM will hingegen ein Szenario des Hire & Fire nach amerikanischem Vorbild durchsetzen, um die Löhne noch weiter drücken und noch mehr Leistung mit der Angst der Arbeitnehmer vor dem Verlust des Arbeitsplatzes noch besser herauspressen zu können.

Dies sind Ziele und Forderungen, für die die INSM und deren Mietmäuler – zahlreiche davon sind auf der Website Einstieg in Arbeit zu finden, werden aber nicht als solche vorgestellt – wirklich stehen. Bildung und Ausbildung spielen dabei nur insofern eine Rolle, dass die Arbeitgeber sich von den Ausbildungskosten befreien möchten. Am besten soll der Staat den ach so dummen und ungebildeten Jugendlichen die Ausbildung bezahlen, indem er den Arbeitgebern die Ausbildungsvergütung der Azubis subventioniert. Oder aber die jungen Menschen zahlen Ihre Ausbildung als Studium inklusive der Studiengebühren selbst, zugleich schreit man aber nach Fachkräften aus dem Ausland, damit die Ausbildungskosten der Absolventen sich nicht zusätzlich in den Gehältern der Jungakademiker niederschlagen können. Dies ist das perfide Wirken und Ziel der Arbeitgeberverbände, dem Gesamtmetall-Sprachrohr INSM und dem INSM-Projekt Einstieg in Arbeit.

Herr Metzelder, wollen Sie wirklich für diese ganz und gar nicht sozialen, gesellschaftsschädlichen Ziele und Forderungen der INSM mit Ihrem Namen, Ihrem Gesicht und dem Ruf der Christoph Metzelder Stiftung einstehen? Wollen Sie sich und Ihren Status als Prominenter wirklich von diesen Lügnern, Lobbyisten und Menschenfeinden ausschlachten lassen, von denen es bei der INSM nur so wimmelt?

Es wäre daher das Beste, wenn Sie Ihre Unterstützung für das verlogene Projekt Einstieg in Arbeit und die INSM generell beendeten und sich von ihr in einer Presseerklärung distanzierten. Erklären Sie, dass Sie belogen und geblendet wurden von einer Organisation, bei der Lügen, Blenden und Manipulieren das Tagesgeschäft darstellt. Untersagen Sie der INSM, weiter mit Ihnen zu werben und verstärken Sie lieber das Engagement für Ihre eigene Stiftung. Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich mal nachfragen, warum der Arbeitgeberverband Gesamtmetall und in Person Martin Kannegießer es offenbar für wichtiger hielt, jährlich 10 Millionen Euro – zusammen 100 Millionen Euro über 10 Jahre –  in das Propaganda-Sprachrohr INSM zu stecken anstatt mit diesem Geld eine Ausbildungsinitiative für benachteilige oder behinderte Jugendliche zu starten. Sie werden schnell merken, dass das Neue Soziale der INSM eigentlich nichts weiter als eine sukzessive Streichung des Sozialen bedeutet.

Wir bedauern, dass Sie offenbar nicht die Gelegenheit hatten, sich vor Ihrem Engagement ausreichend über das wahre Wesen und die menschenfeindlichen Ziele der INSM zu informieren. Aber wie heißt es doch:

Beginne Fehler zu korrigieren, sobald Du merkst, dass Du einen gemacht hast.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen noch einen schönen Sonntag.

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Sehr geehrter Herr Zacherl,

auf der INSM-Website Einstieg in Arbeit werden Sie wie folgt zitiert:

Der Einstieg in den Beruf kann verschiedene Erfolgsrezepte haben, die zum Ziel führen. Wir  von den Kochprofis haben auf unterschiedlichsten Wegen als Köche angefangen und eine Chance bekommen, durch Kreativität und Leistungsbereitschaft erfolgreiche Köche zu werden.  Es ist uns daher sehr wichtig, dass jeder eine Chance bekommt, sein Talent zu entdecken und den Einstieg in Arbeit zu bekommen. Deshalb unterstützen wir die INSM-Kampagne.

Ralf Zacherl, Koch (RTL II-Kochprofis)

Was hätten Sie dazu gesagt, wenn man Ihnen zum Beginn Ihrer Kochausbildung gesagt hätte, dass die Schule Sie zu blöd und nicht ausbildungsfähig entlassen habe? Was hätten Sie dazu gesagt, wenn Ihr Ausbildungsgehalt nicht gereicht hätte, Ihren grundlegenden Lebensunterhalt zu finanzieren? Was hätten Sie gemacht, wenn Sie ohne jegliche Unterstützung neben der Ausbildung noch verschiedene Nebenjobs hätten annehmen müssen, um Miete und Essen bezahlen zu können? Und inwieweit wären Sie zum bekannten Kochprofi geworden, wenn Ihnen selbst nach Abschluß Ihrer Ausbildung nur ein so geringes Gehalt gezahlt worden wäre, dass Sie sich nicht hätten fortbilden können, sondern mit der Sicherung Ihrer Existenz durch Nebenjobs so ausgelastet gewesen wären, dass Sie zur Aneignung der für den Aufstieg benötigten Fähigkeiten und Kenntnisse keine Zeit und Kraft mehr gehabt hätten? Da hätten Ihnen langfristig Kreativität und Leistungsbereitschaft auch nichts genutzt, sondern Sie wären über kurz oder lang ins Prekariat gerutscht, welches sein mageres Gehalt mit Hartz IV-Leistungen aufstocken muss. Machen Sie sich dies bewußt und was es für Sie persönlich bedeutet hätte!

Die Initative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ist eine Lobbyvereinigung des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und anderer Arbeitgeberverbände, welche die Kosten der sozialen Sicherung komplett auf die Arbeitnehmer abwälzen wollen, damit sie ihre Gewinne noch weiter steigern können. Deshalb bekämpft sie den gerade in Ostdeutschland dringend notwendigen gesetzlichen Mindestlohn, den Kündigungsschutz, jegliche Lohnzusatzkosten sowie durchaus sinnvolle Vorschriften wie den Arbeitsschutz, welche sie unter dem Schlagwort Bürokratie subsumiert. Den alljährlichen Lehrstellenmangel wollen diese Kreise ausschließlich auf angebliche Bildungsdefizite der Jugendlichen zurückgeführt wissen und verbinden damit die Forderung nach staatlicher Subventionierung für die Ausbildung der angeblich so unfähigen und ungebildeten Jugendlichen.

Sie sehen, die INSM ist ein asozialer, gesellschafts- und menschenfeindlicher, rotzfrecher Sauhaufen aus Bonzenkreisen, dem es nur um den eigenen Vorteil geht. Sie ist weder sozial noch gesellschaftlich wertvoll oder anderweitig sinnstiftend für unsere Gesellschaft, im Gegenteil. Deshalb fragen wir uns, warum Sie Ihren Namen und Ihr Konterfei für diese verlogenen Einstieg in Arbeit-Kampagne der INSM hergegeben haben. Gerne können Sie oder Ihr Büro uns per Mail antworten.  Natürlich ist uns bekannt, dass Sie bei RTL II unter Vertrag stehen. Der TV-Sender RTL II gehört zum Bertelsmann-Konzern, der mit seiner Bertelsmann-Stiftung ähnliche Ziele verfolgt wie die INSM. Sollten Sie aus dieser Ecke dazu überredet oder genötigt worden sein, sich für die INSM zur Verfügung zu stellen, so hätten Sie unser Mitleid, aber ganz sicher kein Verständnis zu erwarten. Aber auch das wäre kein Grund, sich zum Unterstützer einer Politik zu machen, die es in unserem Land viel weniger sozial, wesentlich weniger gerecht und um einiges kälter zugehen lassen will.

Ist es das, was auch Sie wollen, Herr Zacherl? Sicher nicht, denn in einer solchen Gesellschaft wäre zwischenmenschlich – um in Ihrer fachlichen Terminologie zu bleiben – ganz schnell der Ofen aus. Es wäre daher das Beste, wenn Sie Ihre Unterstützung für das verlogene Projekt Einstieg in Arbeit und die INSM generell beendeten und sich von ihr in einer Presseerklärung distanzierten. Andernfalls ist Ihnen zu wünschen, dass Ihre Zuschauer und Anhänger sich von Ihnen abwendeten, bis Sie bestenfalls noch als Aushilfskoch in der Kantine von Gesamtmetall eine Arbeit fänden.

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Wenn in den Medien von Rechtsextremismus und Faschismus die Rede ist, so werden dabei in der Regel nur Parteien wie die NPD, die Republikaner und pöbelnde Glatzen in Ost und West angesprochen. Es wäre daher dringend geboten, auch jenen Wirtschaftsfaschismus zu thematisieren und vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen, der aus den höchsten Etagen der Gesellschaft, konkret von Kapital und Wirtschaft, z.B. den Arbeitgeberverbänden und Sprachrohren wie der INSM, in die Mitte der Gesellschaft getragen wird. Denn die Verarmung und Entrechtung von Millionen Menschen samt Forderungen nach Zwangsarbeit für Hilfsbedürftige sind glasklar Punkte von der faschistischen Agenda, dort einzuordnen unter dem Oberbegriff Sozialdarwinismus.

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Permanent vergewaltigt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) Ludwig Erhard zur Rechtfertigung ihrer marktradikalen und menschenverachtenden Forderungen an die Politik. Da wirkt es manchmal Wunder sich vor Augen zu führen, was Ludwig Erhard denn tatsächlich mit dem Begriff der Sozialen Marktwirtschaft meinte:

So wollt ich jeden Zweifel beseitigt wissen, dass ich die Verwirklichung einer Wirtschaftsverfassung anstrebe, die immer weitere und breitere Schichten unseres Volkes zu Wohlstand zu führen vermag. Am Ausgangspunkt stand da der Wunsch, über eine breitgeschichtete Massenkaufkraft die alte konservative soziale Struktur endgültig zu überwinden.

Diese überkommene Hierarchie war auf der einen Seite durch eine dünne Oberschicht, welche sich jeden Konsum leisten konnte, wie andererseits durch eine quantitativ sehr breite Unterschicht mit unzureichender Kaufkraft gekennzeichnet. Die Neugestaltung unserer Wirtschaftsordnung musste also die Voraussetzung dafür schaffen, dass dieser einer fortschrittlichen Entwicklung entgegenstehende Zustand und damit zugleich auch endlich das Ressentiment zwischen „arm“ und „reich“ überwunden werden konnten. Ich habe keinerlei Anlaß, weder die materielle noch die sittliche Grundlage meiner Bemühungen mittlerweile zu verleugnen. Sie bestimmt heute wie damals mein Denken und Handeln.

Vergleichen sie diese Aussage einmal mit der Propaganda und dem Wirken der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)! Da gibt es exakt Null Schnittmenge, denn die INSM will keine soziale, sondern eine ausschließlich freie, entfesselte Marktwirtschaft ohne soziale Komponenten jenseits der Zwangsarbeit fürs karge Sozialgeld (Workfare). Ludwig Erhard wollte kein Lohndumping auf breiter Front durch Zeitarbeit und andere prekäre Arbeitsverhätnisse. Ludwig Erhard wollte keine Lohnspreizung in dem bedenklichen Ausmaß, wie es heute Fakt ist. Ludwig Erhard wollte nicht, dass der Staat mit Kombilöhnen und Zwangsarbeit (Workfare) den Arbeitgebern noch mehr Zucker in die fetten Hintern bläst. Ludwig Erhard wollte nicht, dass der Kapitalmarkt jeglichen Mehrwert absaugt und alles wirtschaftliche Wirken bestimmt, während die Arbeitnehmer um ihren Anteil an der Wertschöpfung betrogen werden und Reallohnverluste hinnehmen müssen. All das also, was die INSM und deren Mittäter bisher forciert haben und fortwährend bewerben, wollte Ludwig Erhard ausdrücklich nicht! Ich bin mir sicher, Ludwig Erhard würde Martin Kannegiesser, Max A. Höfer und Dieter Rath mit den Eiern an die Wand nageln, wenn er wüßte, wofür sein Name in den Schmutz gezogen wird von ein paar widerlichen Vampiren der Mordwirtschaft.

Da hilft es auch nichts, wenn die INSM aktuell auf einer neuen Website, welche u.a. mal wieder als Link- und Ideologie-Schleuder dient, eine Möchtegern-Community für Projekte anbietet und lächerliche 5.000 Euro „Startfinanzierung“ ausschreibt. Das Ganze wird mit dem Slogan Soziale Marktwirtschaft ist toll! beworben und unter der URL SoMaWi-ist-toll.de ins World Wide Web erbrochen. Andererseits zeigt dieses Beispiel sehr schön, was die INSM unter neuer sozialer Marktwirtschaft versteht: Statt öffentlicher Förderung guter und wichtiger Projekte ein paar Almosen für ein Projekt von einem Arbeitgeberverband  der damit vorrangig PR für seine menschenverachtende Agenda betreiben will. Statt einer sozialen Absicherung der allzeitige Druck sich zum Überleben der Arbeitsprostitution hingeben zu müssen. Das ist nicht sozial, sondern durch und durch asozial und menschenverachtend.

Aber wir wissen ja: Asozial ist, wer Armut schafft!

Kampf jetzt!

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Wer sich einmal genau durchliest, welch einen menschenverachtenden Dreck viele Wirtschaftswissenschaftler im Dienste ihrer hohen Herren von den Arbeitgeberverbänden und der Industrie absondern, z.B. Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft oder Prof. Un-Sinn vom ifo-Institut, der bekommt den Eindruck, dass die Bezeichnung Wirtschaftswissenschaftler in diesen Fällen lediglich ein Synonym für Menschenhasser sein könnte.

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Mittels einer höchst zweifelhaften Umfrage von TNS Emnid macht die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) seit Ende Mai unter der Überschrift Geringere Sozialabgaben und Steuern bringen mehr Jobs Stimmung für noch mehr Steuersenkungen und reduzierte Sozialabgaben. Sie verschweigt dabei hinterfotzig, dass so der Staat und vor allem der Sozialstaat noch mehr ausgehungert würde, was mittelfristig Kürzungen bei öffentlichen Investitionen und sozialen Leistungen notwendig machte. Dabei wird vom Grundproblem abgelenkt, denn dieses besteht ausschließlich im fortgesetzten Lohndumping der Arbeitgeber, welches durch die asoziale Agenda 2010-Politik unter dem „unbestechlichen“ Ex-Kanzler Gerhard Schröder und Lobbyisten-Mietmaul Wolfgang Clement, der bekanntlich auch vorübergehend Mitglied der INSM war, insbesondere durch die Hartz-Gesetze und die Lockerung der Regulierung bei der Zeitarbeit, ermöglicht wurde. Wenn Brutto-Löhne gezahlt werden, die sich zwischen lumpigen 5 und 7 Euro bewegen, ändert auch eine Senkung von Steuern und Sozialabgaben nichts daran, dass die zu diesen Bedingungen ausgebeuteten Menschen weiterhin auf ergänzende Sozialleistungen angewiesen wären. Da aber gleichzeitig die Gut- und Besserverdiener und die Arbeitgeber massiv entlastet würden, was zu sinkenden Einnahmen aus Steuern und Sozialabgaben führte, wären die nächsten Streichungen und Kürzungen oder zumindest ausbleibende Erhöhungen bei den Sozialleistungen die direkte Folge dieser Politik. Einmal mehr würden so die Reichen reicher und die Armen ärmer gemacht – das erklärte Ziel der wirtschaftsfaschistischen Arbeitgeberverbände und von Klientel-Parteien wie der FDP.

Der einzig richtige Weg aus dem Dilemma besteht in der flächendeckenden Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns zwischen 8 und 10 Euro, den die Arbeitgeber aber verabscheuen wie der Teufel das Weihwasser und deshalb mit Lügen und Demagogie wie der obigen Umfrage und diversen unseriösen Studien ihrer Mietmäuler dagegen Propaganda betreiben.

Im Übrigen ist der Satz

Arbeitslosigkeit ist der Hauptgrund für Armut.

in dem INSM-Artikel vollkommen falsch. Sonst müßten die zahlreichen Spekulanten, Vermieter, Berufserben, die  lebenslangen Zins- und Rendite-Rentner sowie andere vermögende Nichtsleister ja auch von Armut betroffen sein. Der Hauptgrund für Armut ist der Mangel an Geld und der sich daraus ergebende Mangel an Lebensmöglichkeiten inklusive einem Mangel an Bildungschancen. Und dieser Mangel ist dem Lohndumping der Arbeitgeber ebenso geschuldet wie dem jährlichen Mangel an Ausbildungsplätzen, der Einführung von Studiengebühren und der generellen Chancenungleichheit nach Herkunft in Deutschland, welche sich seit der Agenda-Politik von Rot-Grün noch massiv verschärft hat. Zusätzlich steigt die Produktivität durch immer mehr Automatisierung und andere Optimierungen des Produktionsprozesses. Nur die Reallöhne stagnieren seit der Jahrtausendwende auf einem siechenden Niveau, weil die Arbeitgeber der Politik und den Mitarbeitern trotz explodierender Gewinne vorgelogen haben, dass die deutsche Wirtschaft angeblich am Abgrund stünde und Lohnzurückhaltung das Gebot der Stunde sei.

Fakt ist, dass mehr Brutto her muss, dann haben die Menschen auch wieder mehr Geld in der Tasche und auch Staatsausgaben für Investitionen und Sozialleistungen – der Sozialstaat ist in Deutschland im Grundgesetz verankert – können problemlos bewältigt werden. Eine zusätzliche Einführung von angemessen hohen Vermögens- und Erbschaftssteuern sowie eine Besteuerung von Transaktionen, Spekulationen und den Gewinnen daraus (Tobin-Steuer) würde zu einem flutartigen Plus im Staatssäckel führen. Nur leider stecken die korrupten Anführer der großen Korruption Koalition und ohnehin aller etablierten Parteien außer der Linkspartei inzwischen so tief in den fetten Hinterteilen der Arbeitgeberverbände, dass fürs eigene Nachdenken keine Luft mehr da ist.

Mögen die INSM und deren Mietmäuler an ihren Lügen ersticken!

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Michael Hüther (IW Köln / INSM) und der ordnungspolitische Einspruch

Das Blog Ordnungspolitischer Einspruch der pseudo-wissenschaftlichen INSM-Maulhure Prof. Dr. Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) wurde ja offenbar geschlossen oder wird zumindest nicht mehr gepflegt, so dass dort inzwischen Spam-Kommentare dominieren. Inhaltlich unterscheiden sich diese aber nicht direkt vom Hüthers dümmlichem PR-Geschwafel der Arbeitgeberverbände, das er zuvor immer dort abgelaicht hat. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die kritischen Kommentare des einen oder anderen Lesers unseres Blogs diesen Umstand herbeigeführt haben, was wir sehr erfreulich finden. Wer als Neoliberaler statt Schulterklopfen für sein dümmliches Geschwätz voller Realitätsferne plötzlich regelmäßig verbal aufs Maul bekommt, zieht eben schnell den (winzigen) Schwanz ein – mangels Rückgrat ist ja genug Platz dafür.

Das ist aber nur ein Teilerfolg, denn im Handelsblatt erbricht Michael Hüther unter dem gleichen Titel noch immer seine menschenfeindliche Arbeitgeber-Propaganda mit einem dünnen Mäntelchen angeblicher Wissenschaftlichkeit in die Medien. Aber man kann ihm Kritik natürlich immer noch zukommen lassen, z.B. als Leserbrief ans Handelsblatt oder in einem persönlichen Brief an diese Adresse:

Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.
Prof. Dr. Michael Hüther (INSM-Mietmaul)
Gustav-Heinemann-Ufer 84-88
50968 Köln

Kreative Leser können auch gut verschlossene Briefe oder Päckchen mit Kot oder Erbrochenem an obige Adresse schicken, um damit z.B. auszudrücken

  • Du stinkst!
  • Wir finden Dich einfach Scheisse!
  • Du redest nur Scheisse!
  • Du kotzt uns an!
  • etc.

Das wäre es, was uns beispielsweise angesichts Michael Hüthers weltfremdem Geschwurbel gegen den Mindestlohn angesichts des aktuellen Armutsberichts einfiele. Wie üblich, drückt er sich um wirkliche Antworten und vertagt mit der Konzentration auf Bildung die Zukunft für die Armen auf die nächste, übernächste oder andere zukünftige Generation. Zugleich betont er natürlich, dass die asozialen Reformen der Agenda 2010 vom käuflichsten Bundeskanzler aller Zeiten, Gerhard Schröder (SPD), angeblich erfolgreich seien. Hier ein Beispiel:

Warum also das öffentliche Geschrei? Sicher, Armut ist keine wünschbare Lebenssituation. Doch an der Notwendigkeit, mit den Widersprüchen und Unvollkommenheiten der menschlichen Welt zu leben, führt realistisch kein Weg vorbei. Wichtig ist deshalb, dass es durch subsidiäre Solidarität gelingt, dem Einzelnen faire Einstiegs- und Aufstiegschancen zu bieten. Das erfordert allerdings eine Abkehr von den eingängigen und tradierten Rezepten, Geld über Sozialleistungen auszureichen. Durch ein solches Ruhigstellen kann man soziale Probleme nicht lösen.

Natürlich verkauft Hüther den Lesern die Armut und die ungerechte Verteilung von Vermögen, Geld und Chancen als angeblich natürliche Ordnung, mit der man leben müsse. Dass diese Zustände das Ergebnis gezielter Politik und Manipulation der Politik von interessierter Seite sind, soll noch nicht einmal gedacht werden. Fehlt nur noch, dass er den Armen empfiehlt, sich auf philosophischem Wege mit der Armut klar zu kommen und auf jegliche staatliche Unterstützung zu verzichten, während sich die Unternehmen immer wieder kräftig an den milliardenschweren Subventionstöpfen den Hals vollstopfen. Von Chancen wird man aber nicht satt und kann davon auch keine Miete, Fahrtkosten, Einkäufe oder Studiengebühren zahlen. Eine materielle Absicherung ist nämlich immer die notwendige Basis, um überhaupt Chancen und Möglichkeiten wahrnehmen zu können. Oder müssen wir dem unfeinen Herrn Professor Dr. Lügner Hüther etwa noch die Maslowsche Bedürfnispyramide erklären? Mit knurrendem Magen kann man sich nun einmal nicht auf einen tollen Bildungsabschluss und potentiellen Wohlstand in 4 oder 5 Jahren konzentrieren.

Michael Hüther weiter:

Dem Versorgungsstaat alter Prägung wurde durch die Sozialreform gekündigt. Mental befinden sich jedoch viele noch in der alten Welt. Die faire Einstiegschance kann aber nur entstehen, wenn jeder auch für sich selbst mehr Verantwortung trägt. Bildung ist für mündige Bürger eine Holschuld im eigenen Interesse. Nur so entfalten die Bildungsinvestitionen des Staates ihre Wirkung. Wer sich dem nicht stellt, der muss auch die Konsequenzen tragen. Dauerhafte Alimentierung auf früherem Niveau ist nicht zu rechtfertigen – auch wenn wir reich an Betroffenheit sind.

Kurz: Wer arm ist und / oder arm bleibt, ist immer selber schuld! Die Armen sollen sich praktisch alleine am Schopf wieder aus dem Sumpf ziehen. Das ist alles, was der auf Kosten der Allgemeinheit auf Luxusniveau versorgte Herr Professor, der durch seine Käuflichkeit ganz nebenbei noch eine Schande für die gesamte Wissenschaft ist, den Armen im Land zu sagen hat. Vielleicht hat Michael Hüther durch sein menschenfeindliches Tun aber auch selbst schuld daran, wenn er irgendwann in naher oder ferner Zukunft mit dem Kopf nach unten im Rhein treibt oder von einem Baum gekratzt werden muss, weil vielleicht auf mysteriöse Weise die Bremsen seiner fahrbaren Potenzschleuder versagten, die er sich zusammengelogen und -betrogen hat. Denn wer den Sozialdarwinismus predigt, muss sich nicht wundern, wenn die Verlierer des Systems irgendwann gleich zum biologischen Darwinismus zurückkehren und der Zivilisation samt staatlichem Gewaltmonopol ebenso eine Absage erteilen wie Michael Hüther und seine Finanziers der Solidarität, dem Grundgesetz und dem Gesellschaftsvertrag. Allerdings dürfte jemand wie Michael Hüther im Gegensatz zu den Armen von den Menschen keine Betroffenheit erwarten. Wir würden auch bestenfalls noch ein paar Hundehaufen oder Kuhfladen auf seinem Grab platzieren – gleich und gleich gesellt sich gern.

Vielmehr sind die Arbeitgeberverbände, in deren Auftrag Michael Hüther Lügen und Propaganda verbreitet, wesentlich häufiger einer alten Welt verhaftet. Allerdings einer alten Welt, wo man als Industrieller nur einem gewissen Führer ins Rektum kriechen mußte, um sich jederzeit kostenlose Zwangsarbeiter abholen zu können, die man ohne Arbeitsschutz und sonstigen Schutz für Leib und Leben bis in den Tod fürs eigene Vermögen schuften lassen konnte. Michael Hüthers Kollegen vom IZA Bonn arbeiten ja schon an entsprechenden Konzepten und schimpfen den neuen Reichsarbeitsdienst verharmlosend Workfare. Da sollte man lieber mal den Ball flach halten, wenn man anderen vorwirft, sich mental in einer alten Welt zu befinden.

Zum Abschluß noch ein Zitat von Gert Flegelskamp, das auf Michael Hüther und seine bräunlichen Gesinnungsgenossen passt wie der berühmte Arsch auf den Eimer:

Ein so genannter Experte, der sich vom Kapital und/oder den vorgenannten Wirtschaftsführern kaufen lässt, indem er verkündet, was eben diese Leute hören wollen, ist kein Leistungsträger, sondern ein Abstauber.

Genau das sind Sie, Herr Hüther: Ein gewissenloser Abstauber ohne Skrupel, Anstand oder Moral. Jemand, der lügt, sobald er den Mund aufmacht und meint, es würde niemand merken, bloß weil vor seinem Namen ein Prof. Dr. steht. Allerdings ist er damit naiver als die Masse der Menschen, die durchaus noch imstande ist, Lügen und Propaganda als solche zu erkennen.

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