In ihrer hohlen Zitateschleuder Erhard schreibt wieder veröffentlichte die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) folgendes Zitat:
Ich sage nichts gegen die Vertretung von Interessen. Sie ist durchaus legitim, aber legitim eben nur bis zu einem gewissen Punkt. Die Funktionäre, die Organisationen und Interessenvertretungen haben sich dessen bewußt zu sein, dass sie sich in ein Ganzes einordnen müssen und dass die Rechnung nicht aufgeht, wenn jeder ohne Rücksicht auf den anderen und gefühllos gegen seine Umwelt glaubt, unter Inanspruchnahme von Macht jeweils das erringen zu können, was der Augenblick gerade hergibt. Ich bin sehr für Wettbewerb, aber ich meine damit nicht den Wettbewerb, mit den Mitteln der Macht für sich und seine Gruppe das herauszuschlagen, was eben nur die Macht erzwingen kann.
Ironischerweise könnte man dieses Zitat genau so gegen die Arbeitgeber, die Arbeitgeberverbände und auch gegen die INSM selbst richten, ohne dass es an Gültigkeit verliert. Und genau deshalb, weil sich die Arbeitgeber und deren Lobbys in den vergangenen Jahren so verhalten haben, wie es in obigem Zitat kritisiert wird, müssen die Arbeitnehmer zurückschlagen – notfalls eben auch mit Machtmitteln wie einem unbefristeten Streik der Lokführer oder – was in Deutschland auch schon seit Jahren fällig wäre – einem Generalstreik. Denn die asozialen Schmarotzer der Oberschicht brauchen schon lange mal wieder einen Denkzettel, wer in diesem Land tatsächlich die Werte schafft und Jahr für Jahr immer mehr um seinen Anteil an Wachstum und Wohlstand betrogen wird: die Arbeitnehmer mittels Lohn- und Sozialdumping sowie dem Druckmittel von Standortverlagerungen und Massenentlassungen.
Einmal mehr sind wir uns sicher, dass Ludwig Erhard die Zerschlagung parasitärer, gesellschafts- und menschenfeindlicher Think Tanks wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) befürwortet hätte. Worauf wartet man in Berlin noch?