Derzeit läßt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) mal wieder das typisch neoliberale Lügenmärchen verbreiten, dass Deutschland überreguliert sei. Deshalb läßt die INSM einen Dummy namens Thomas ihre wirtschaftsliberale Propaganda präsentieren. Thomas ist 31 Jahre alt, besitzt offenbar lediglich einen Laptop und ein Handy und will sich angeblich selbständig machen. Tatsächlich geht es aber mal wieder um Rankings und Rosinenpickerei der Wirtschaft, insbesondere der vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall vertretenen Industrie, welche die INSM mit einen Grundkapital für Propaganda in Höhe von 10 Millionen Euro jährlich versorgt.

Außer einem Gesamtindex werden die fünf Themenbereiche Produktmarkt, Kapitalmarkt, Arbeitsmarkt, Bildung / Innovation und Good Governance aufgeführt und neben Daumen hoch- bzw. Daumen runter-Grafiken präsentiert. Auf jeder Seite dieser popeligen Flash-Präsentation wird aufgelistet, was in Deutschland gut und was angeblich schlecht sei. Selbstredend, dass die soziale Absicherung, Perspektiven für Paare und Familien und viele weitere Faktoren unterschlagen werden. Schließlich ist ja eine Gesellschaft voller rechtloser Tagelöhner und prekarisierter Scheinselbständiger ohne jegliche soziale Absicherung das eigentliche Ziel der INSM und ihrer Finanziers.

Aber auch die Bildsprache mit den Daumen hoch- und Daumen runter-Grafiken passt sehr gut zur INSM. Diese Symbolik war mir bisher nur aus Hinrichtungsszenen mittelalterlicher Filme bekannt. Wenn darin ein zum Tode Verurteilter den Herrscher um Gnade bat und dieser den Daumen senkte, war sein Schicksal besiegelt. Zeigte der Daumen hingegen nach oben, kam der Verurteilte zumindest mit seinem Leben davon. Als Henker des Staates, insbesondere des Sozialstaates, könnte man die INSM unserer Meinung nach tatsächlich bezeichnen. Tote gab es dabei auch schon, beispielsweise den verhungerten Arbeitslosen in Speyer oder zahlreiche Selbstmörder, die sich angesichts der Perspektivlosigkeit, welche sich insbesondere durch die neoliberale Reformpolitik seit der Schröder-Regierung ausbreitete, lieber für den Tod als ein Leben ohne Würde entschieden.
Während sich INSM-Thomas also selbständig macht, verfolgt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) auch mit diesem Special, dem mal wieder eine gekaufte, im Sinne der Auftraggeber manipulierte Studie voranging, ihre menschenverachtenden Ziele: Mit großen Schritten weiter in Richtung asoziale Marktwirtschaft und Manchester-Kapitalismus der düsteren Vergangenheit.