Man könnte das faschistische Denken der Neoliberalen kaum besser auf den Punkt bringen als dieser Text im Blog RegimeGegner:
Deutlich hat sich die Politik mit den neuen Gesetzen vom Ziel verabschiedet, allen Menschen eine Erwerbsarbeit zu ermöglichen. Ebenso die Unternehmen und ihre Verbände. Sie verweigern jede soziale Verantwortung und verweisen auf die Globalisierung und die ihrer Meinung nach zu hohen Löhne. Tatsächlich hetzt die Wirtschaft, in Gestalt des Bertelsmann-Konzerns und der INSM, gegen die Erwerbslosen und schürt bei den erwerbstätigen Menschen Angst und Vorurteile.
Das Ziel scheint jetzt zu sein, die Erwerbslosen zu beseitigen. Dazu bedient man sich der Soziologie und der Psychologie. Die Sachbearbeiter in den SGB-II-Instituten analysieren, mit Hilfe einer umfangreichen Datenerfassung und psychologischer Einschätzungen, bei den gelegentlichen Besuchen der hilfebedürftigen Menschen (im Weiteren im Sprachgebrauch der SGB-II-Institute als Kunde bezeichnet), deren individuellen sozialen Gegebenheiten und Schwächen.
Diese Daten und Einschätzungen dienen dem zielgerichteten Aussortieren der als unbrauchbar eingeschätzten Menschen, damit diese von anderen Trägern versorgt werden. Parallel dazu wird eine Bedürftigen-Infrastruktur mit Suppenküchen und Wohnheimen aufgebaut.
(…)
Was heute die erwerbslosen Menschen erleben, das werden morgen die kleinen Rentner zu spüren bekommen. Auch sie sind im faschistischen Denken der „Systemwechsler“ nur nutzlose Kostenträger.
Kommentar:
Noch Fragen? Dazu passt auch dieser Beitrag über die von den “Eliten” anvisierte 20:80 Gesellschaft bei Perspektive2010. Gleiches Ergebnis: Ziel der Bonzen ist die Vernichtung jener 80%, die von der Wirtschaft als nutzlose Kostenträger identifiziert wurden, z.B. Arbeitslose, Rentner, Ausländer, Kranke und andere Schwache, die auf unsere solidarische Hilfe angewiesen sind. Dumm nur, dass das Kapital nicht nur keine Moral, sondern auch keinerlei Solidarität kennt. Zeit, dass wir das System in die andere Richtung wechseln, nämlich in die von der Linkspartei vorgeschlagene Richtung des demokratischen Sozialismus. Interessant ist ja, dass die Linkspartei die Demokratie, u.a. mit einem Recht auf Generalstreik, im Sinne des Volkes reformieren will, während man das neoliberal pervertierte Wirtschaftssystem mit seiner ekelhaft triefenden Menschenverachtung bekämpfen und überwinden will. Die Dummschwätzer der etablierten Parteien, z.B. Ronald Pofalla (CDU), verbreiten dann den verlogenen Unsinn, dass die Linkspartei angeblich die Demokratie überwinden wolle. Wer jedoch das faschistoide Wirtschaftssystem des Neoliberalismus mit Demokratie verwechselt oder gleichsetzt, ist meines Erachtens weder wählbar noch ernstzunehmen.
Bei Karl Marx habe ich noch eine Möglichkeit entdeckt wie man die Arbeitslosen los werden kann:
Gesetzestext von Heinrich VII. aus dem Jahre 1530:
“Alte und arbeitsunfähige Bettler erhalten eine Bettellizenz. Dagegen Auspeitschung und Einsperrung für handfeste Vagabunden. Sie sollen an einen Karren hinten angebunden und gegeißelt werden, bis das Blut von ihrem Körper strömt, dann einen Eid schwören, zu ihrem Geburtsplatz oder dorthin, wo sie die letzten drei Jahre gewohnt, zurückkehren und sich an die Arbeit setzen … Bei zweiter Ertappung auf Vagabundage soll die Auspeitschung wiederholt und das halbe Ohr abgeschnitten, beim dritten Rückfall aber der Betroffene als schwerer Verbrecher, und Feind des Gemeinwesens hingerichtet werden.”
Fehlt nicht mehr viel dazu in Deutschland. Noch hölt die Moral viele von derartiger Gesetzgebung ab, aber denken tun sie’s schon!
@wolfh:
Im Neoliberalismus heißen die Rampen nicht mehr “Jude” oder “Zigeuner”, sondern “Krank”, “Arbeitslos”, “Rentner” und “Kinder”. Und sie führen noch nicht wieder in Lager, sondern zu Hartz IV und ins Prekariat. Unter dem Strich ist die Vernichtung aber das gewollte Ergebnis, z.B. mittels Beschränkung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung durch Praxisgebühren und erhöhte Zuzahlungen bei Medikamenten etc. Im heutigen Neoliberalismus wird subtiler und stiller gemordet, einfach durch Armut.
@insmwatchblog
Da kann ich leider nur voll und ganz zustimmen! Die Aufzählung ließe sich sicher noch beliebig erweitern z.B. die Selbstherrlichkeit und Arroganz mit der manch ein Mitarbeiter der ARGEn ihre Macht misbrauchen …