Aktuell kämpft die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) gegen den Makel des Neoliberalismus. Dazu läßt sie einerseits einige ihrer Mietmäuler, z.B. Oswald Metzger in der Welt und Michael Hüther vom IW Köln in seinem Propaganda-Blog beim Handelsblatt vollkommen realitätsverzerrend über das ach so harmlose Wesen des Neoliberalismus schwadronieren, andererseits will sie die dahinterstehende Kampagne offenbar zur Mitgliederwerbung für den Förderverein der INSM nutzen. Dazu hat die INSM einen völlig idiotischen Test mit der Bezeichnung Sind Sie neoliberal? erstellt. In der langweiligen PDF-Datei werden einige Politiker mit ihren neoliberalen Konzepten / Sprüchlein abgebildet und man soll in Kästchen „Gut“ oder „Nicht gut“ ankreuzen. Angeblich sei man bei mehr als 3 Kreuzchen bei „Gut“ neoliberal und bei mehr als 5 Kreuzchen solle man eine Mitgliedschaft im Förderverein der INSM beantragen, die den geneigten Leser um 72,00 Euo pro Jahr erleichtert. Dass hinter diesem vermeintlichen Test neben Propaganda und einer gewünschten Umformung des Etiketts neoliberal vor allem eine verkappte Mitgliederwerbung für den INSM-Förderverein steckt, versteht sich von selbst. Offenbar will die INSM frisches Geld für neue Kampagnen sammeln.
Wir waren so frei, einmal bei Harald Wolf, dem Berliner Wirtschaftssenator aus der Linkspartei, nachzufragen, ob die INSM die Berechtigung dazu hat, sein Bild in ihren Werbemitteln abzudrucken und ob die Aussage, die man ihm dort unterstellt, den Tatsachen entspricht. Es wäre nicht das erste Mal, dass die INSM zur Vortäuschung ihrer angeblichen Überparteilichkeit ungefragt Personen des öffentlichen Lebens einspannt, die mit einer so widerwärtigen Lobby-Organisation wie der INSM nicht in Verbindung gebracht werden wollen.
Besonders toll ist eine Kontur von Otto Normalverbraucher auf diesem Testbogen, garniert mit folgendem Statement:
Telefoniert regelmäßig mit seinem Handy und freut sich aher über niedrige Mobilfunkgebühren. Sie wurden durch die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes möglich.
Wenn Ihre einzige Sorge die Mobilfunkgebühren für Ihre sinnlosen Plaudereien sind und Sie unfallfrei drei oder mehr Kreuze machen können, sind Sie wahrscheinlich auch blöd genug, Mitglied im Förderverein der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zu werden und dafür jedes Jahr 72,00 Euro zu zahlen – sozusagen als indirekte Spende für die ach so notleidenden Arbeitgeberverbände wie Gesamtmetall, die der INSM jedes Jahr 10 Millionen Euro für ihre bürgerfeindliche Propaganda zur Verfügung stellen. Diese Kampagne ist daher meiner Meinung nach an Dreistigkeit und Unverfrorenheit kaum noch zu überbieten.
Update: Inzwischen gibt es den Pseudo-Test zur Mitgliederwerbung des INSM- Fördervereins auch als Flash-Müll.
Habe den Test gemacht und bin leider nicht neoliberal genug.
Den Test an sich finde ich allerdings schon reichlich propagandistisch. Er erinnert an bestimmte Umfragen, bei denen die Zielpersonen schon durch die Formulierung der Frage in eine bestimmte Richtung gelenkt werden wie zum Beispiel »Würden Sie auf 5% Ihres Lohns verzichten, wenn dadurch Arbeitsplätze geschaffen würden?« – Am Ende heißt es dann, soundsoviel Prozent der Bevölkerung wäre bereit, auf 5% des Gehalts zu verzichten – die suggestive Fragestellung wird dabei dann natürlich verschwiegen…
Wir fanden vor allem das Statement mit den Handygebühren sehr erheiternd und insbesondere die Abbildung von Wolf aus der Linkspartei sehr fragwürdig. Daher auch unsere Anfrage an sein Büro, ob die INSM die Erlaubnis hat, ihn für Werbemittel zu missbrauchen. Schauen wir mal, welche Antwort da kommt. Ein juristisches Vorgehen von Wolf gegen die INSM wie es schon Bütikofer tat, würde uns natürlich peripher sehr freuen
INSM-Sniper
Sie merken den Druck und zeigen damit an das Wirkungstreffer gelandet wurden. Die alte Boxerregel lautet dann immer wieder auf die selbe Stelle.
Aber gerne doch – immer auf die 12
Auch ich habe den Test gemacht und mich anschließend des bekannten Spruchs erinnert:
Gelesen, gelacht, gelöscht.
Aber mal im Ernst: wer die Fragen so schmerzhaft dämlich formuliert, muss sich nicht wundern, schnell entlarvt zu werden. Darüber können wir übrigens froh sein: die intellektuellen Fähigkeiten der INSM-Betreiber sind nicht besonders stark ausgeprägt.
Vielleicht brauchen sie auch deshalb mehr Mitglieder?
So long…
CrabbyJack
@crabbyjack:
Du meinst, die INSM hat einen Brain-Drain? Dabei haben die doch so viele Sprachrohre mir Prof. und Dr. vor dem Namen. Dumm nur, dass Deppen mir akademischen Titeln in erster Linie immer noch Deppen bleiben. Vielleicht sollten wir zusammenlegen und der INSM Schweinshirne in die Redaktion schicken – nur zur Inspiration natürlich
Andererseits hätte das wohl keines der armen Schweine verdient, die ohnehin schon auf dem Teller dieser Leute landen.
INSM-Sniper
besonders nett fand ich ja das statement zu wolf…
„setzte sich für senken der sozialausgaben ein“.. das hat was von negativwerbung für die linke. vielleicht sollte die linke über ein parteiauschlussverfahren nachdenken wenn das so in der kürze stimmen würde… also der letzte beitrag klingt vor allem zynisch. und wer kreuzt denn da schon „gut“ an? …
(ganz nebenbei: ih.. ich bin neoliberal.. jedenfalls nach dem test zu urteilen.. )
[...] langsam sollten die INSM, Oswald Metzger und Michael Hüther sich einmal fragen, ob sie wirklich weiter so plumpe Lügen [...]
Brain-Drain klingt gut – das setzt aber voraus, dass irgendwann mal Brain vorhanden war… Da lasse ich mich von den Mietmäulern mit Titeln und Professuren gar nicht beeindrucken.
@das_sascha: deshalb reichen auch schon fünf „richtige“ Antworten zur Aufforderung, Mitglied bei der INSM zu werden. Und wer noch einen Rest sozialen Gewissens hat, dort wird er einem schon noch ausgetrieben.
So long
Crabby Jack