Udo Ehrich hat uns in einem Kommentar mitgeteilt, dass die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sich offenbar aus dem INSM-Projekt Unicheck zurückgezogen hat. Jedenfalls ist das Logo der VZ aus dem Footer von www.unicheck.de verschwunden:

Sollte auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zwischenzeitlich erkannt haben, dass sie sich mit den unehrlichen Schmuddelkindern einer Arbeitgeber-Lobby eingelassen hatte?
Udo Ehrich dazu weiter in seinem Kommentar:
Sicher ist es erfreulich, daß die Verbraucherzentrale dieses Propaganda-Portal verlassen hat, ärgerlich ist aber trotzdem, daß sie gerade in der wichtigen Anfangszeit dieser Webseite mitgeholfen hat, die Reputation dieses Portals durch ihre Anwesenheit zu verbessern. Hoffentlich lernt die Verbraucherzentrale daraus, sich künftig nicht mehr für solche Lobbykampangnen instrumentalisieren zu lassen.
Dies ist leider zutreffend, denn die Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale hat der einseitigen Studiengebühren-PR der INSM den Anstrich von Neutralität / Objektivität und Seriosität gegeben, welche gar nicht vorhanden ist. Man sollte halt immer mindestens zwei Mal hinschauen, wer hinter so einem Projekt steckt. Zumindest über die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) gibt es mittlerweile genügend kritische Informationen, welche die Verbraucherzentralen hoffentlich von weiteren Abenteuern mit solchen Lobbyisten abhalten können. Jedenfalls kannten wir es bislang nicht, dass die Verbraucherzentralen verlogene PR-Kampagnen dieser Art unterstützten.
Die Zeitschrift Guter Rat aus dem Superillu-Verlag, welche offenbar den Platz der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen als Unterstützer oder Partner von Unicheck eingenommen hat, passt hinsichtlich des inhaltlichen Niveaus und Wahrheitsgehalts dieser Publikation wesentlich besser zur dumpfen INSM-Propaganda
Auf meine Anfrage bei der Verbraucherzentrale hin wurde mir mitgeteilt, daß die Verbraucherzentrale die Entscheidung getroffen hatte, aus Unicheck auszusteigen. Die INSM war weiterhin an der Beteiligung der Verbraucherzentrale interessiert, was man sich ja gut vorstellen kann: Verleiht doch die Beteiligung der Verbraucherzentrale dem INSM-Portal den Glanz von Objektivität, welche diese Plattform nicht hat.
Jupp, das ist schon Mitte Mai passiert und wurde auch (im Pressebereich) von Unicheck per PM veröffentlicht. In der PM steht auch, “Guter Rat” sei das “größte Verbrauchermagazin” oder ähnlich… Da muss man aber die Augen gewaltig vor “test” der Stiftung Warentest verschließen…
Bis vor kurzem stand als avisierter Termin für die erste Auswertung auch noch “Ende Mai” da. Am 1.6. hatte ich mich mal nach der Bedeutung erkundigt, die “Ende Mai” so haben kann. Naja, Antwort gab es nicht, allerdings steht da jetzt “Mitte Juni” und eine News gibt (verklausuliert) den 13. Juni als Datum der ersten publizierten Auswertung an. Vermutlich ist man noch — wie in den AGB beschrieben — dabei, den “Trend” zu “sichern”…. Ein Schelm, wer dabei böses denkt… 5000 Bewertungen sind auch nicht so gerade der Knaller vor dem Herrn. Das dürften dann wohl überwiegend Blogger, Blogleser und HoPo-Aktive gewesen sein… Wird wohl ziemlich radikal, das Ergebnis, in welche Richtung auch immer… Ich wüßte dann v.a. gerne mal die Standardabweichungen bei den Antworten auf die Fragen — aber ich wette, die Auswertung wird eher ein Fließtext, der nur einzelne Punkte der Bewertung behandelt — eben die Punkte, die aus INSM- äh, ich mein’ natürlich Unicheck-Sicht die “wichtigsten” Ergebnisse darstellen…
Guter Rat und das größte Verbrauchermagazin – wie berechnet man bei der INSM diese Größe? Einbildung oder wie groß man gerne wäre? *lol*
Natürlich verschweigt die Pressemitteilung bei Unicheck auch, dass der Rechtfertigungsdruck nicht bloß auf Grund der einseitigen Position für Studiengebühren beruhte, sondern vor allem darauf, dass man sich mit einer gerne in und an den Medien manipulierenden Arbeitgeber-Lobby eingelassen hatte. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie seinerzeit bei Perspektive2010, LobbyControl und anderen Blogs die Kommentatoren und Trackbacks ihre Empörung darüber niederschrieben, dass ausgerechnet die Verbraucherzentrale mit so windigen Wahrheitsverbiegern kooperierte.
Aber dumm ist das mit Guter Rat / Super-Illu nicht. Denn letztere hat laut Wikipedia eine starke Verbreitung im Osten und gerade da sind Studiengebühren ja häufig noch nicht beschlossene Sache. Aber nun gut, im Vergleich zur VZ Nordrhein-Westfalen ist Guter Rat eher als Boulevard-Publikation zu bezeichnen – billige Aufmachung, billiger Inhalt, Seriosität zweifelhaft. Manchmal schwer zu unterscheiden, was da Content, Werbung oder Product Placement ist.